Prüfungsangst
Prüfungsangst zu haben bedeutet nicht, dass man generell ein ängstlicher Mensch ist. Diese Angst bezieht sich, wie der Name schon sagt, auf Prüfungssituationen und wenn die erbrachte Leistung von dem Anspruchsniveau abweicht, so hat es negative Konsequenzen in Bezug auf das Selbstwertgefühl. Die Prüfungsangst kann sich während der kognitiven Entwicklung erstmals im Alter von acht bis elf Jahren entwickeln. Sie kann die Leistungsfähigkeit der Betroffenen beeinträchtigen, wird aber auch oft als Ausrede benutzt, um mangelhafte Leistungen zu entschuldigen. Wenn sie aber auf einem mittleren Erregungsniveau liegt und noch nicht allzu sehr ausgeprägt ist, so besitzt sie eine positive Wirkung auf Motivation und Leistung.

 


 

Symptome
Wie stark und in welcher Form die Symptome auftreten hängt von den physischen Empfindlichkeiten und den psychischen Reaktionsmustern ab. Die Symptome können physisch und psychisch auftreten.

 

 


 

Die Neigung zur Prüfungsangst
Es gibt bestimmte Faktoren, die zu erhöhter Prüfungsnagst führen. Diese können aber außer Kraft gesetzt werden, wenn man lernt gezielt Einfluss darauf zu nehmen.
Folgende Faktoren führen zu erhöhter Prüfungsnagst:

  • Ein sehr hohes bzw. überhöhtes Anspruchsniveau der zu erbringenden Leistung
  • Negative Selbstkritik
  • Perfektionismus
  • Geprägtes Leistungsmotiv durch Furcht vor Misserfolg anstatt durch Hoffnung zu Erfolg

 

 

Therapien
Um der außer Kontrolle geratenen Prüfungsangst entgegen zu wirken gibt es verschiedene Therapien.
Die erste Therapie ist die Verhaltenstherapie. Diese geht auf den von Burrhus Frederic Skinner entwickelten Konditionierungsgedanken zurück, wobei davon ausgegangen wird, dass jedes Fehlverhalten und Erleben erlernt ist und somit auch umgelernt werden kann. Durch diese Verhaltenstherapie werden also neue Verhaltensweisen eingeübt. Die Belastung der ängstigenden Situation wird zunehmend gesteigert und zeitgleich wird ein günstiges Umfeld für das Lernen geschaffen.
Als nächstes gibt es die psychodynamischen Therapien: Dazu gehören die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien und die Psychoanalyse (Sigmund Freud). Hier wird davon ausgegangen, dass eine Person unterschiedliche Motivationen und Wünsche hat, diese sich gegenseitig ausschließen und somit ein innerer Konflikt entsteht. Dieser innere Konflikt wird dann durch Symptome nach außen getragen und für andere sichtbar. Durch diese Therapien werden die Konfliktmuster durch gezielte Be- und Verarbeitung in ihrem Problem gelöst. Dies dauert natürlich deutlich länger als nur an den Symptomen zu arbeiten, doch Langzeiterfolge sind garantiert.
Die letzte Therapie ist wahrscheinlich die bekannteste – die Hypnose. Hypnose ist ein bewusst bewirkter, tiefer, nachhaltiger Entspannungszustand, vor und während der Prüfung. Hier können schwierige Situationen in einem Hypnosezustand wie die Realität erlebt werden und in diesem Fall hier schon einmal eine Prüfung durchlebt werden. Das Signifikante an dieser Therapie ist, dass das Gehirn die Hypnose nicht von der Wirklichkeit unterscheiden kann und somit ein positiver Prüfungserfolg im Gehirn verankert wird. Somit können Prüfungen leichter gemeistert werden und das Lernen wird besser aufgenommen. Zusätzlich können unbewusste Motivationen geklärt oder bewusst gemacht werden, so dass ein neuer Lösungsweg für störende Verhaltensweisen gefunden werden kann.

 


 

Entspannungstechnik
Eine selbst erlernbare und bewährte Entspannungstechnik ist die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.
Bei dieser Technik werden alle Muskeln nacheinander bewusst entspannt, gleichzeitig wird das autonome Nervensystem beruhigt und das Angstgefühl wird durch Gefühle der Ruhe und Entspannung ersetzt. Angebote für diese Technikgibt es an fast jeder Volkshochschule und an vielen Universitäten.